The Welch Boys - Plattenkritiken

The Welch Boys - s/t - CD / Band-Homepage / I Scream Records

Tracklist:

01.) Friend or foe
02.) Les Paul
03.) United
04.) Sink or swim
05.) Can't wait
06.) Sick of being told
07.) 617
08.) Count my days
09.) Saving grace
10.) Never
11.) Someday
12.) Straight Line
13.) Don't look me in the eye
14.) Tossed Out
15.) The Upperdeck

Kritik:

Die Welch Boys gibt es noch nicht wirklich lange, wurde die
Band doch erst im Jahr 2004 von T.J. Welch von den Blue Bloods
gegründet. Daneben ist mit dem Sänger Ed Lalli noch der Gitarrist
der HC-Band Slapshot dabei. Wenn ich richtig informiert bin,
handelt es sich hierbei um den ersten Longplayer der Band, mit
dem sie auch gleich auf I Scream Records gelandet ist.
Musikalisch würde ich das Ganze in die Streetpunk Schublade stecken.
Melodischer Punk-Rock vermischt mit Hardcore und Oi und dazu rauer/
gröhlender Gesang. Durch die mehrstimmigen Refrains und die vielen
Aaahhhhs und Oooohhhhs im Hintergrund, kommt die 15 Songs verdammt
eingängig und trotzdem kraftvoll daher. Erinnert teilweise an frühe
Dropkick Murphys, an manchen Stellen aber auch an East-Coast-HC-Bands
wie bspw. Blood for Blood. Insgesamt ein solides Debüt-Album, wobei
richtige Hits leider nicht vorhanden sind.
Der recht gute Gesamteindruck nach Hören des Albums, wird bei genauerer
Betrachtung des Booklets und der Texte doch erheblich getrübt. Da gibts
einen Song "Can't wait", bei dem die Band ihre Solidarität mit der Armee
ausdrückt und hofft, dass alle Soldaten wieder heil zurückkommen. Was
soll ich dazu noch groß sagen, außer "Soldaten sind Mörder"? Wenn ich mir
die Gruß- und Dankesliste durchschaue, kommts noch dicker. Unter anderem
findet sich darin "God" oder "The US Armed Forces". Gibts mittlerweile
eigentlich extrem viele Flachpfeifen in der Punk/HC Szene, die sich auf
Gott berufen und auch mal der Armee danken, oder ist mir das früher nur
nicht so aufgefallen? Mit den Welch Boys gibts also mal wieder eine
Band mehr, die kein Mensch braucht.