Terrorgruppe - Plattenkritiken

Dee Dee Ramone / Terrorgruppe - Split - MCD / Wanker Records / Trash 2001 Records / Knock-Out Records

Tracklist:

Dee Dee Ramone:
01.) I got a right to love her if i want to
02.) Horror Hospital
Terrorgruppe
03.) Dee Dee
04.) Sunny

Kritik:

Das Dee Dee Ramone nicht mehr unter den Lebenden weilt dürfte wohl den meisten
von euch bekannt sein. Hier kommen jetzt die letzten beiden Songs, der ihr zu
Lebzeiten noch geschrieben und aufgenommen hat.
In bester Ramones-Tradition haut euch Dee Dee Ramone hier zwei Punk'n'Roll Hymnen
um die Ohren, die sich gewaschen haben. Vor allem das allen bekannte "One, Two,
Three, Four" vor den Songs weckt Erinnerungen an die Zeit der Ramones. Insgesamt
kommen die Songs zwar nicht so schnell wie die alten Ramones-Klassiker daher, aber
insgesamt stehen sie den Ramones-Klassikern in nichts nach.
Den zweiten Teil der MCD belegen die Berliner Terrorgruppe mit dem Dee Dee Ramone
Tribute Song "Dee Dee", der auch in alter Ramones-Tradition daherkommt und mir echt
super gefällt. Der zweite Song "Sunny" ist ein Live-Mitschnitt, der es nicht mehr
auf die Blechdose CD geschafft hat und der mir persönlich auch nicht wirklich gefällt.
Als Zusatz ist dann auf der CD auch noch das Terrorgruppe-Video zu "Sunny" mit dabei.
Auch die Aufmachung des Sampler ist gelungen. Tausende von Leuten haben sich dabei
im Bookelt mit Namen verewigt. Echt eine super Idee.
Einziger Kritikpunkt an der CD ist die schlechte Qualität der Songs, die von Dee Dee
Ramone mit dabei sind. Echt schade eigentlich.





Terrorgruppe - Angela / Hundsgemein - MCD
/ Band-Homepage / Destiny Records

Tracklist:

A.) Angela
AA.) Hundsgemein
03.) Schnauze, Plautze
04.) Der Plattenboss
05.) Im Tourbus

Kritik:

Nach über 10 Jahren und unzähligen Veröffentlichungen ist für den 6. Oktober 2003 die
Veröffentlichung des siebten Longplayers geplant. Passend zu diesem neuen Longplayer
gibt es vorab die Single mit einem Song, der auch auf dem kommenden Longplayer mit drauf
sein wird, und zusätzlich noch 4 bisher unveröffentlichten Songs.
Beim ersten Song "Angela", handelt es sich um einen sogenannten "Spottvers", der diesmal
der Angela Merkel gewidmet ist. Aber auch die anderen Songs sind alle ziemlich gelungen
und beinhalten natürlich die gwohnt Terrorgruppe-Ironie. Musikalisch bekommt man dazu eine
Mischung aus 60ties und 70ties Rock gemischt mit Punk-Elementen und der unverwechselbaren
Stimme von Archi Alert. Was bei den neuen Aufnahmen auf jeden Fall gleich auffällt ist die
Qualität der Aufnahmen. Es gibt echt selten Punk-Bands, bei denen die Aufnahmen von der
Qualität so gelungen sind wie bei der Terrorgruppe.
Für eine Maxi-CD hat mich vor allem die Aufmachung erstaunt. Ich glaube das ist die erste
Maxi-CD die ich besitze, bei der auch die Texte im Booklet abgedruckt sind und bei der
zusätzlich auch noch zu jedem Song ein paar Worte von der Band geschrieben sind. So sollte
das bei jeder Maxi-CD aussehen.
Eine gelungene Single, die einen kleinen Vorgeschmack auf das kommende Album gibt. Und da
auf der Single auch 4 Songs drauf sind, die auf dem Album nicht mit dabei sein werden, lohnt
es wirklich, sich die Single zuzulegen. Einziger kleiner Kritikpunkt ist die Tatsache, dass
es die Single leider nur auf CD und nicht auf Vinyl gibt. Schade eigentlich.





Terrorgruppe - Fundamental - CD / Band-Homepage / Destiny Records

Tracklist:

01.) Hedonistische Heilsfront
02.) Doktor, Doktor
03.) Kathedralen
04.) Angela
05.) Zusammenrücken
06.) Kleinstadt-Lied
07.) Marylin
08.) GTI
09.) Weitergehen
10.) Prinzipien
11.) Barbara
12.) Du denkst?
13.) Trendmagazin
14.) 80.000.000
15.) Pogotopia

Kritik:

Wow, das was ich hier in den Händen halte ist schon das siebte Album der Terrorgruppe. Seit dem
letzten Longplayer (nicht der Blechdose Live-CD, sondern der "1 World - 0 Future"), der übrigens
auf Epitaph erschienen ist, sind 3 Jahre vergangen. Der neue Longplayer erscheint jetzt auch wieder
auf Destiny Records, was ja eigentlich das Band-eigene Label ist.
Wer die Vorab-Single zum Album "Angela / Hundsgemein" gehört hat, der weiss was ihn da musikalisch
erwartet. Da wo man mit dem letzten Album aufgehört hat, wird hier wieder weitergemacht. Man macht
Musik, die nur so vor Eigenständigkeit strotzt und nennt das ganze dann Aggropop. Das Ganze ist
eigentlich eine Mischung aus Punk, Rock, 60ties, Reggae, Ska, Pop und noch vieles mehr. Textlich
findet man in den meisten Songs auch wieder den bekannten Terrorgruppe-Witz, der aber sicherlich
nicht jedermanns Geschmack trifft. Mit "Kleinstadt-Lied", "Hedonistische Heilsfront" oder auch
"Angela" sind der Terrorgruppe auf jeden Fall richtige Ohrwürmer gelungen, die schon nach dem ersten
Hören mitgesummt werden.
Leider werden auch bei Destiny Records alle Fanzine-Schreiber als potentielle Verbrecher gesehen und
somit wird während der Songs leider auch immer wieder reingeredet, damit man die Platte nicht bei eBay
verkaufen kann, oder MP3s ins Netz stellen kann. Dazu muss ich aber auf jeden Fall sagen, dass mir das
bei diesem Album nicht wirklich viel ausmacht, da die Kommentare immer klasse sind und dem Hörvergnügen
eigentlich nicht schaden. Wenn schon während der Stück dazwischen geredet wird, dann sollten sich doch
die Labels wenigstens ein Beispiel an Destiny Records nehmen und während der Stück witzige Kommentare
von sich geben, bei denen auf jeden Fall das eine oder andere Mal geschmunzelt werden kann, dann aber
auch wieder interessante Details zum Album genannt werden.
Auch bei der Produktion gibt es mit Sicherheit nichts zu meckern. Absolut klasse produzierte Songs,
ein gelungenes ComiC-Artwork und dazu noch alle Texte im Booklet und zusätzlich auch zu jedem Song ein
Kommentar von der Band.
Ein wirklich gelungenes Album mit viel Witz und dem typischen Terrorgruppe Flair. Da es zu der
Verkaufsversion auch noch eine DVD dazu gibt, kann ich das Album auf jeden Fall weiterempfehlen.

HINWEIS: ALBUM ERSCHEINT AM 06.10.2003





Terrorgruppe feat. Commander Starfuck - Fischertechnik - MCD / Band-Homepage / Destiny Records

Tracklist:

01.) Fischertechnik (feat. Commander Starfuck)
02.) Metzger-Lied (Sonntag Morgen 2004)
03.) Anklage gegen Gott
04.) Los, mach mal selber! (Karaoke-Show)

Kritik:

Hier sind sie also wieder, die Terrorgruppe. Knapp ein Jahr nach
der Veröffentlich des letzten Longplayers "Fundamental" kommt hier
eine neue Single der Band. Zwischendurch wurden auch die beiden
Veröffentlichungen "Nonstop Aggropop" und "Keiner hilft Euch"
nochmal neu aufgelegt.
Musikalisch geht man hier weiter seinen Weg. Wieder mal gibts 4
Aggropop Songs. Ist irgendeine Mischung zwischen Punk, Pop, Rock
und 60ties Mucke. Vergleiche gibts hier keine, weil die Terrorgruppe
einfach ihren eigenen Stil hat. Alle Songs besitzen natürlich wieder
den unvergleichbaren Terrorgruppe-Humor. Beim ersten Song geht es um
die Technik (ein Sex-Roboter wird erfunden), beim zweiten Song gibts
durchaus auch kritische Anmerkungen zur Gesundheitsreform und beim
dritten Songs gibt, wie der Titel schon sagt, eine Anklage gegen
Gott. Der letzte Song ist eine Karaoke Version von dem Song "Angela"
der letzten Platte. Hier soll man zu dem Song einen eigenen Text
schreiben, den Song aufnehmen und dann an die Terrorgruppe schicken.
Zu gewinnen gibts einen Gast-Auftritt beim nächsten Terrorgruppe
Album. Wer die Terrorgruppe bisher mochte, wird auch diese Single
mögen und der Rest wird die Terrorgruppe auch weiterhin hassen, also
alles beim Alten.
Wie gewohnt gibts hier auch wieder eine wirklich gelungene Aufmachung
für eine Maxi-CD. Im Booklet findet man neben einem Foto auch die
kompletten Texte und noch Liner-Notes zu den verschiedenen Songs.
Die Single ist übrigens ein Vorgeschmack auf das am 25.10 erscheinende
Album (bzw. Single-Compilation).





Terrorgruppe - Schöne Scheisse - CD / Band-Homepage / Destiny Records

Tracklist:

01.) Nicht mein Land
02.) Dee Dee
03.) Fischertechnik
04.) Make Sex not Love
05.) Stay away from the good guys
06.) Bananenrepublik
07.) Im Tourbus
08.) All comic heroes are fascist pigs (A.C.A.B.)
09.) Politiker-Lied
10.) Der Plattenboss
11.) Scheisslied
12.) Schnauze, Plautze
13.) Slackerlied
14.) Kinderkanal
15.) Pubertät
16.) My dick is my religion
17.) Love Machine
18.) Hasswoche
19.) Neulich Nacht
20.) Enemy No. 1
21.) Alle gegen Alle
22.) Keiner hilft euch
23.) Angela
24.) Rock'n'Roll loveletter
25.) ... Hundsgemein
26.) Sunny

Kritik:

Zur Band selbst muss ich wohl nicht mehr viel sagen, da die Terrorgruppe
wohl den meisten unter euch bekannt sein dürfte. Nach der Vorab-Single zur
Compilation ist diese jetzt auch endlich erhältlich.
Zum musikalischen Aspekt muss ich hier wohl auch nicht mehr viel sagen.
Alles was es da zu sagen gibt wurde in den letzten Reviews schon gesagt
und musikalisch kann das Ganze einfach als Aggropop bezeichnet werden. Bei
der vorliegenden CD handelt es sich keinesfalls um einen neuen Longplayer
der Band, sondern um eine Single Compilation. Es handelt sich also um den
Nachfolger der ersten Single-Compilation namens "Aggropop Now". Auf der
neuen CD findet sich die ganzen Singles ab dem Jahr 1998.
Was aber das besondere an der neuen Veröffentlichung ist, ist die Aufmachung.
Der CD liegt ein Schundroman bei, der extra für die Terrorgruppe geschrieben
wurde. Auf ca. 140 DinA5 Seiten findet man neben dem Roman noch die kompletten
Songtexte (teilweise in den Roman-Text mit eingebaut) und ein paar Anmerkungen
der Band zur Plattenindustrie. Im Roman geht es um eine erfundene Terrorgruppe-
Tour, in deren Verlauf sich allerlei Dinge ereignen (inkl. Strassenschlachten
mit den Bullen und Hausbesetzungen). Doch mehr wird hier nicht erzählt, sonst
wird die Geschichte ja langweilig für euch. Die CD mit der krassen Aufmachung
ist allerdings auf 7000 Exemplare limitiert und danach gibt es die CD nur noch
ohne den Schundroman. Dickes Lob also für die aufwendige und gelungene Aufmachung
der Complitlation.
Und wieder wie bei jeder Terrorgruppe Platte. Wer die Band liebt wird auch dieses
Album lieben und alle die die Band hassen, werden die Band auch noch nach dieser
Platte hassen. Entweder man liebt die Terrorgruppe oder man hasst sie.





Terrorgruppe - Rust in Pieces - CD / Band-Homepage / Destiny Records

Tracklist:

01.) The world's not bad at all
02.) Say it don't spray it
03.) Happy Song
04.) DeeDee
05.) Hey tough guy
06.) Marylin
07.) Rambo III
08.) Satellite city
09.) The daily week
10.) Cathedrals
11.) Sex with my record collection
12.) Pinheads
13.) Hedonistic salvation front

Kritik:

Mit "Rust in Pieces" erscheint jetzt, nach langer Verzögerung,
das letzte Album der Terrorgruppe. Sänger Archi verliess die Band
im November 2005, nach den Aufnahmen zu diesem Longplayer. Der
Rest der Band wird allerdings unter dem Namen "The Bottrops"
weiter musik machen. Nach den beiden Alben "Music for assholes"
(1997) und "1 world 0 future" (2000), ist das hier der dritte
englischsprachige Longplayer der Terrorgruppe.
Eigentlich muss ich zur Mucke nichts sagen, besteht das Album
doch größtenteils aus Songs des letzten Longplayers "Fundamental",
versehen mit englischen Texten. Natürlich wurde zwangsweise
auch an den Songstrukturen gebastelt, wirklich geändert hat sich
die Musik allerdings nicht und die Songs sind problemlos
wiederzuerkennen. Gelungene Mischung aus flottem Punk-Rock,
Pop, Ska, Reggae und 60ties, die von der Band selbst als
Aggropop bezeichnet wird. Die Songs sind größtenteils sehr
eingängig und "The world's not bad at all" oder "DeeDee"
sind richtige Ohrwürmer. Wer das Album "Fundamental" mochte,
kann auch hier bedenkenlos zuschlagen ...
Wie von der Band gewohnt gibts auch wieder eine sehr schicke
und liebevolle Aufmachung. Die CD kommt im Pappeinleger inkl.
fettem Booklet, welches aufgeklappt werden kann. Auf der einen
Seite befinden sich die kompletten Songtexte, auf der anderen
Seite gibts dann einen Bastelbogen für einen Panzer ...





Terrorgruppe - Inzest im Familiengrab - MCD / Band-Homepage / Destiny Records

Tracklist:

01.) Inzest im Familiengab
02.) Na endlich
03.) Bulimie-Bettina
04.) Kotzende Teenager

Kritik:

Das ich kein grosse Freund von Reunions bin, dürfte den meisten
bekannt sein. Tja, und noch viel schlimmer wirds meistens dann,
wenn die wiedervereinigte Band auch noch eine neue Platte
rausbringt. Es gibt wenige Ausnahmen, bei denen das funktioniert,
in den meisten Fällen geht das in meinen Augen schief. Nach ein
paar Jahren Pause meldet sich jetzt also auch die Terrorgruppe
zurück und bringt direkt eine neue EP mit.
Aber auch hier stellt sich für mich die Frage: Wer braucht das?
Terrorgruppe sind mir mit Songs wie "Mein Skateboard ist wichtiger
als Deutschland" oder "Wochenendticket" immer gut in Erinnerung
geblieben, die neuen Songs können da leider nicht so richtig
anknüpfen. Klar, musikalisch stimmt hier alles - gleich beim ersten
Song werden gute Erinnerungen geweckt und es wird klar das Archi
"MC Motherfucker" Alert, Johnny Bottrop und die ganze Bande den
Aggropop auch nach jahrelanger Abstinenz noch im Blut haben.
Allerdings finde ich die Songs textlich recht langweilig und
lange nicht so bissig wie die alten Songs. "Na endlich" ist der
einizige Songs, der noch ein bisschen an alte Hits anknüpfen
kann. Alle vier Songs gehen als Hintergrundbeschallung klar,
letztendlich bleibt aber nicht viel hängen. Nach 4-maligem Hören
muss ich mir eingestehen, dass auch die Terrorgruppe nichts an
meiner Abneigung gegenüber Reunions ändern kann. Allerdings ist
das hier auch nicht so richtig Scheisse, wie in vielen anderen
Fällen. Alles durchaus OK, für mich aber ziemlich unnötig.