Spermbirds - Plattenkritiken

Spermbirds - Set an Example - CD / Band-Homepage / Common Thread Records

Tracklist:

01.) Set an example
02.) Neighborhood Relations
03.) Knifethrower
04.) Say it loud
05.) All those memories
06.) It doesn't make it right
07.) Stop at nothing
08.) Hate me
09.) Economize
10.) Me and my people
11.) Level playing field
12.) Never be sorry again
13.) Get Up
14.) The finish line

Kritik:

Zur Band selbst muss eigentlich nicht mehr viel gesagt werden, da die Spermbirds
wohl die bekannteste deutsche Hardcore-Band ist, die auch international bekannt
ist. Nach der Auflösung hat man sich jetzt wieder Lee Hollis als Sänger geholt,
auf Tour gegangen und jetzt hat man auch einen neuen Longplayer auf dem bandeigenen
Label veröffentlicht.
Live habe ich die Band vor knapp einem Monat gesehen und war doch recht positiv
überrascht. "Something to prove" ist für mich immer noch das beste Spermbirds Album
und nach den Veröffentlichungen mit dem neuen Sänger, war ich doch eher skeptisch.
Aber mit Lee Hollis wieder am Gesang konnte die Band mich live überzeugen. Etwas
anderes ist das aber mit dem neuen Album. Zwar gefällt mir der erste gleichnamige
erste Song richtig gut, aber danach kann mich kein Songs mehr so wirklich überzeugen.
Die Spermbirds sind viel rockiger geworden und auf die genialen Hardcore-Klänge
auf der ersten LP hat man (bis auf den ersten Song) fast komplett verzichtet. Ist
zwar definitiv kein schlechtes Album, wen die langsameren Songs von den Spermbirds
aber schon immer eher genervt haben, dem würde ich eher empfehlen die Band live
anzuschauen, alle anderen sollten das Album vielleicht mal antesten.
Die Aufmachung ist dagegen richtig gut gelungen. Neben haufenweise Fotos im
Hintergrund findet man im Booklet auch die kompletten Texte der Songs.





Spermbirds - Me and my people: Stories 1984-2006 - DVD / Band-Homepage / Rookie Records / Boss Tuneage

Kritik:

Die Spermbirds sind wohl ohne Frage die bekannteste
Hardcore-Band Deutschlands. Seit über 20 Jahren gibt
es die Band mittlerweile und schon mit ihrem ersten
Album haben sie Hardcore-Geschichte geschrieben. Der
Song "My god rides a Skateboard" von den Spermbirds
war übrigens der erste Hardcore-Song, den ich gehört
habe. Angeschaut habe ich mir die DVD am Abend nach
dem tollen Konzert im JUZ Mannheim.
Jetzt gibts mit "Me and my people" also endlich eine
Doppel-DVD über die Spermbirds. Auf der einen DVD
befindet sich der Jubiläums-Gig zum 20-jährigen Bestehen
im Dezember 2005 in Kaiserslautern. Die Jungs sind in
Top-Form, es werden alle Hits gespielt, das Publikum hat
Spass und ich auch beim Schauen der DVD. Die Ton- und
Bild-Qualität ist übrigens sehr gut. Auf der zweiten
DVD gibts schließlich eine Dokumentation, die die Band-
Geschichte ab dem Jahr 1984 erzählt. Schade dass die
Anfangsphase dabei meiner Meinung nach etwas zu kurz
kommt, aber das liegt wohl hauptsächlich daran, dass es
von damals kaum Video-Aufnahmen gibt. Neben vielen
Interviews und Kommentaren von den Mitglieder der Band
und Leuten die der Band nahe standen/stehen, gibts
natürlich auch viele Live-Aufnahmen. Interessant fand
ich natürlich auch die Infos über die Zeit mit Ken Haus,
was die kommerziell erfolgreichste Zeit der Band war.
Im letzten Teil der Doku wurden die Spermbirds dann noch
während ihrer Süd-Afrika-Tour 2005 und ihrer Spanien-Tour
2006 gefilmt. Hier gibts neben Konzert-Mitschnitten auch
jede Menge Backstage-Aufnahmen.
Sehr gelungene Doppel-DVD bei der sicherlich eine Menge
Arbeit dahintersteckt. Wer die Spermbirds mag, sollte
sich die DVD auf jeden Fall anschauen!



Spermbirds - A columbus feeling - CD / Band-Homepage / Rookie Records

Tracklist:

01.) Matter Of Fact
02.) Columbus Feeling
03.) Stacks & Piles
04.) Meet Me In The Middle
05.) Can't Live Without It
06.) Black In A Rainbow
07.) Choose Not To Look
08.) Legend Of The Honest Man
09.) A Cliff To Jump Off Of
10.) Try And Stop Us
11.) Strategy For Victory
12.) Let Me Think
13.) Honestly

Kritik:

Seit mehr als 25 Jahren mit kleinen Unterbrechungen und
Besetzungswechseln sind die Spermbirds jetzt aktiv und es
dürfte wohl niemanden unter euch geben, der/die von der
Band noch nie etwas gehört hat. Mehr als sechs Jahre sind
seit dem letzten Album vergangen, passend zur anstehenden
Tour mit Youth of Today gibts mit "A columbus feeling"
jetzt aber ein neues Lebenszeichen in Form des achten
Longplayers.
In der Zwischenzeit wurde zwar Gründungsmitglied und Gitarrist
Frank Rahm durch den Engländer Steve Wiles ersetzt, ansonsten
bestehen die Spermbirds in der Originalbesetzung der 80er.
Hatte ich schonmal erwähnt, dass diese Bands meine Hardcore-
Einstiegsdroge war? Nachdem ich vor knapp zehn Jahren auf
einem Skateboard-Sampler den Song "My god rides a Skateboard"
gehört hatte, war nichts mehr beim Alten. Somit dürfte klar
sein, dass die Spermbirds was ganz besonderes für mich sind
und Platten wie "Common Thread", "Something to prove" oder
"Nothing is easy" zählen wohl zu den besten Hardcore-Scheiben
aus Deutschland ever! Allerdings gibts auch einige Platten
der Band, mit denen ich absolut nichts anfangen kann, diese
sind hauptsächlich in der Phase entstanden, in denen Lee Hollis
die Band verlassen hatte und durch einen anderen Sänger ersetzt
wurde. Hier ist der gute natürlich wieder dabei, trotzdem werde
ich mit dem Album nicht so richtig warm. Die Songs sind wesentlich
rockiger als von der Band gewohnt, auch wenn die Wurzeln klar im
80er Hardcore und Punk-Rock liegen. Hier gibts allerdings keine
"richtigen" Hardcore-Kracher, sondern rockige Mid-Tempo Punk-Rock
Songs mit starkem End-80er/Anfang-90er Crossover-Sound, der sich
eher an der "Common Thread"-Phase orientiert als an der frühen
"Something to prove"-Phase. Die Stimme von Lee Hollis und das
dazugehörige Gekeife und Gekreische gibt dem Ganzen zwar das
gewohnte Spermbirds-Feeling, aber musikalisch erinnern die Songs
eher an Steakknife. Schlecht finde ich die neue Platte definitiv
nicht, aber ich hatte doch höhere Erwartungen. Irgendwie bleibt
auch nach mehrmaligem Hören nichts hängen ...