Paranoia - Plattenkritiken

Paranoia - 1984 - CD / Band-Homepage / Major Label

Tracklist:

01.) Mädchen
02.) Pogoking
03.) Goodbye Annaki
04.) Inferno Innenstadt
05.) Nachts in den Straßen
06.) Karriere
07.) Echt zum Kotzen
08.) Coschützer
09.) Paranoia
10.) Schatten der Großstadt
11.) Kidpunx
12.) Jetzt oder nie
13.) Schweigen
14.) Lebenszeitverzögerung
15.) Kindermord
16.) Gelangweilt
17.) Frisch aus Ungarn
18.) Le grande finale

Kritik:

Bei Paranoia handelt es sich um eine der ersten Punk
Bands der DDR, die sich bereits 1983 gründete. Ein
Jahr später wurde ein Demo aufgenommen. Weitere Releases
gab es nicht, dafür aber einigen Ärger mit der Stasi.
Es gab ein paar Ordnungsstrafen wegen Auftretens ohne
Spielerlaubnis und 1985 wurden sogar zwei Mitglieder
inhaftiert. Aus der Asche von Paranoia entstand übrigens
Kaltfront, die bekannter sein dürften.
Normalerweise ist ja Höhnie für die Wiederveröffentlichung
alter DDR-Punk-Klassiker zuständig, diesmal haben sich dafür
das Major Label und Rundling zusammengetan. Die Songs vom
Demo wurden neu gemastert und auf der vorliegenden CD gibts
18x krachigen und rumpeligen Deutsch-Punk, der stark an
Schleimkeim erinnert. Natürlich ist die Aufnahmequalität
nicht die Beste, was aber auch klar sein sollte, wenn man
die Aufnahme-Bedingungen für Punk-Bands in der DDR anschaut.
Textlich gings natürlich sehr politisch und systemkritisch
zu, was ja - wie oben bereits erwähnt - sogar zur Inhaftierung
von zwei Bandmitglieder führte. Wer auf rudimentären DDR-Punk
der Marke Schleimkeim steht, ist bei Paranoia genau richtig.
CD kommt übrigens mit umfangreichem Booklet, in welchem sich
die kompletten Songtexte befinden, sowie ein Band-Foto.