Mouth Sewn Shut - Plattenkritiken

SS-Kaliert / Mouth Sewn Shut - Split - 7" / Band-Homepage / Razorblade Music / Drinking Class Records

Tracklist:

SS-Kaliert:
01.) Ich vergifte
02.) Song 19

Mouth Sewn Shut:
01.) Finally came down to bomb
02.) Back in the day

Kritik:

Die beiden Labels Razorblade Music und Drinking Class
Records teilen sich die Veröffentlichung der Split-Single
mit SS-Kaliert aus'm Pott und Mouth Sewn Shut aus den
Vereinigten Staaten (Boston).
Bei SS-Kaliert muss ich gestehen, dass ich etwas voreingenommen
gegenüber der Band bin. Zuerst einmal finde ich den Namen total
bescheuert. Soll es etwa witzig oder total provokant sein, das
Kürzel einer paramilitärischen Nazi-Organisation im Band-Namen
zu tragen? Zudem habe ich dunkel in Erinnerung, mal irgendwo
einen Text der Band gesehen zu haben, in welchem Linke, Nazis
und Islamisten mal schnell gleichgesetzt werden. Habe leider keine
Ahnung wie der Song hiess, auf der Band-Homepage wurde ich auch
nicht fündig. Und dann kommt auch noch ihr US-amerikanisches Label
Punkcore Records dazu, dessen Besitzer auf die Frage weshalb sie
im Mailorder rechte Bands (z.B. Perkele/Ultima Thule) verkaufen nur
meinte "because we like the music". Mittlerweile wurden die rechten
Bands aus dem Programm genommen und es scheint niemanden mehr zu
jucken. Naja, kurz gesagt: Ich finde die Band extrem unsympathisch.
Achso, musikalisch gibts übrigens treibenden Chaos-Punk in Richtung
Defiance oder Casualties.
Die Band auf der zweiten Seite, Mouth Sewn Shut, habe ich vor ein
paar Monaten mal im JUZ Mannheim gesehen und fand die live ziemlich
langweilig. Die Band kommt wohl aus Boston und unter ihren Mitgliedern
befinden sich auch zwei Leute von Toxic Narcotic. Auf der hier
vorliegenden Single gibts jedenfalls zwei neue Songs. Den ersten Song
finde ich recht langweilig. Langsamer Punk-Rock mit Reggae-Einflüssen.
Gut gefällt mir dagegen der zweite Song "Back in the day" (hinten auf
dem Cover der Single steht er allerdings als erster Song drauf), hier
gibts krachenden NYHC, der stark nach den 80ern klingt ... sehr schön.
Die Aufmachung der Single ist recht gut gelungen. Schickes Cover und
dazu ein Beiblatt mit den Texten und ein paar Fotos.