Empowerment - Plattenkritiken

Empowerment - Gegen.kult - CD / Band-Homepage / Demons Run Amok

Tracklist:

01.) Demaskierung
02.) Konflikt
03.) Nicht mein Gott
04.) Blanker Hass
05.) Pandoras Box
06.) Szerelem
07.) 90er
08.) Stadtfalke
09.) Gegenkult
10.) Stuttgart Asozial
11.) Szerelem testverém
12.) VTiZ

Kritik:

Empowerment kommen aus Stuttgart und auch wenn es die Band noch
nicht soooo lange gibt (das Demo ist 2009 erschienen), dürften die
meisten von euch schonmal was von der Band gehört haben. Zumindest
diejenigen unter euch, die sich in der süddeutschen Hardcore-Szene
bewegen, kommen um die Band nicht rum. Nach dem Tape 2009 wurde das
Demo im darauffolgenden Jahr als 7" wiederveröffentlicht und mit
"Un.Kraut" gabs 2010 noch eine weitere 7" als kleinen Vorgeschmack
auf den ersten Longplayer. Dieser hat jetzt doch etwas länger auf
sich warten lassen, liegt jetzt aber endlich vor.
Wer Sidekick, die alte Band von Sänger Jogges kennt, kann sich
auch vorstellen in welche Richtung das Ganze hier geht. Empowerment
spielen druckvollen, rotzigen und vor allem total wütenden Hardcore-
Punk mit starkem New York Einschlag. Glücklicherweise liegt hier die
Betonung auf Punk und dazu gibts auch noch deutschsprachige Texte,
was in diesem Genre doch ziemlich ungewöhnlich ist. Passt hier aber
wirklich gut und hebt die Stuttgarter von dem Grossteil der restlichen
aktuellen Vertretern des NYHC ab. Hier gibts 12x leicht metallische,
asoziale Mid-Tempo-Kracher, die unglaublich rotzig und wütend klingen.
Eigentlich bin ich nicht so der Fan der Madball und Agnostic Front
Schule, Empowerment gehen aber in die gleiche Richtung und gefallen mir
trotzdem. Woran liegt das? Tja, die meisten Bands aus diesem Genre sind
prollige Vollidioten die nur darüber singen wie hart und brutal sie doch
sind und sich auch auf der Bühne genauso verhalten. Und genau das ist der
Unterschied bei Empowerment. Die Beteiligten hier sind allesamt super-
sympathisch und nicht unangenehm prollig, was sich auch in den manchmal
etwas platten, immer aber 100%ig direkten und politischen Texten
wiederspiegelt, die wesentlich reflektierter und angenehmer sind als
alles anderes, was ich aus diesem Genre kenne. Wenn schon prolliger
NYHC, dann bitte so wie hier gespielt von sympathischen Typen mit
absolut unpeinlichen Texten.
Geile Platte von einer geilen Band! Und weils so schön ist schließe
ich die Kritik mit einem Empowerment Zitat:
"Hardcore war schon immer antifaschistisch, und wir halten diesen
Banner hoch und sagen: Fuck you zu Nazis, Faschisten, Rassisten,
Sexisten und homophoben Wixern. Hardcore schon immer gegen Mainstream
und Kommerz - D.I.Y. Hardcore war schon immer Punk – willkommen in
unserer Welt."