Die Fanatischen Frisöre - Plattenkritiken

Die Fanatischen Frisöre - LP / Höhnie Records

Tracklist:

Seite A:
01.) Intro
02.) Apathie
03.) Lay back
04.) Neonkinder
05.) Armee
06.) Schuhsohlen
07.) Strom

Seite B:
08.) Geht mich nichts an
09.) Reaktorunfall
10.) Don't
11.) Selbstmord
12.) Alkohol
13.) Steht noch dahin
14.) Danke
15.) Extro

Kritik:

Keine Ahnung wie oft ich den Namen "Die Fanatischen Frisöre"
schon gehört habe, aber wenns um Punk in der DDR geht, fällt
der Bandname sehr oft. Bis zu der hier vorliegenden Wieder-
veröffentlichung auf Höhnie Records, hatte ich aber noch
nie auch nur einen Song von ihnen gehört. Die Band aus
Eisenach gründeten sich 1986 und soweit ich weiss wurde
lediglich ein Demo-Tape 1988 veröffentlicht, welches jetzt
auf Vinyl neu aufgelegt wurde.
Nach dem Intro bin ich erstmal etwas irritiert und habe die
Band schon fast abgeschrieben, so nervig gehts los. Aber
glücklicherweise gilt das nur fürs Intro, die folgenden Songs
sind wesentlich besser. Musikalisch gibts recht melodischen,
deutschsprachigen Punk-Rock mit Sänger und Sängerin. Im Vergleich
zu vielen anderen DDR Punk-Bands sind die Fanatischen Frisöre
recht experimentierfreudig und neben klassischem Uffta Uffta
Punk-Rock bewegt man sich hin und wieder auch im Post-Punk oder
New-Wave. Klar, etwas rumpelig ist die Musik schon und die Songs
klingen ziemlich dumpf, für das Alter und die Entstehung der
Aufnahmen aber durchaus in Ordnung. Mit "Don't" gibts übrigens
auch einen Song auf englisch, der mich irgendwie an die englisch-
sprachigen Songs auf der ersten Slime LP erinnert. Textlich gibt
sich die Band sehr kritisch und direkt, was bei vielen Bands aus
der DDR nicht so typisch war, wegen der ständigen staatlichen
Repression.
Aufmachung der LP geht auch klar, die Platte kommt inkl. einem
Textblatt (allerdings mit nur einem Teil der Songtexte) und die
ersten 500 Exemplare kommen zusätzlich noch mit einer Bonus Live 7".