Betontod - Plattenkritiken

Betontod - Schwarzes Blut - CD / Band-Homepage / Nix Gut

Tracklist:

01.) Generation X
02.) Schwarzes Blut
03.) Feuer Frei!
04.) Stillstand
05.) Zweifel
06.) Glück auf
07.) Kinder des Zorns
08.) Im Sumpf des Verbrechens
09.) Vielleicht wird alles gut
10.) Viva Punk!
11.) Wind
12.) All die Jahre

Kritik:

Betontod existieren seit 1990 und dürften zumindest vom
Namen her dem einen oder der anderen bekannt sein. Bisher
hat die Band 2 Longplayer, eine 7", eine Live-CD und
unzählige Sampler-Beiträge veröffentlicht. Seit dem letzten
Album "Stoppt uns wenn ihr könnt" sind mittlerweile 5 Jahre
vergangen, mit "Schwarzes Blut" legen sie jetzt den Nachfolger,
also Album Nummer drei, vor.
Beim Hören der CD fällt zuerst einmal auf, dass die Band privat
wohl auch einiges an Metal hört, was ihre Musik definitiv
beeinflusst. Neben melodischem 90er Deutsch-Punk gibts diesmal
auch einige Metal-Elemente, welche bis hin zu Gitarrensoli
reichen. Als Vergleich muss hier mal Dritte Wahl herhalten,
wobei Betontod musikalkisch schon noch etwas punkiger sind.
Irgendwie passt für mich Deutsch-Punk und Metal nicht zusammen,
was mir auch auf diesem Album wieder auffällt. Vielleicht
beruht das auch einfach nur auf meiner Abneigung gegen die
Böhsen Onkelz, mit denen ich diesen Musikstil immer assoziiere.
Textlich gibt sich die Band politisch, lässt aber auch ein
peinliches Sauflied ("Glück auf") nicht vermissen. Aber auch
das Politische in den Songs kommt irgendwie peinlich und
aufgesetzt daher, was dann in Textteilen wie "Es scheint, als
hätte niemand die Fäden in der Hand. Doch die Hintermänner
planen und beherrschen dieses Land." Da sollte sich wohl nochmal
jemand mit Kapitalismus-Analyse und -Kritik beschäftigen, bevor
irgendwelche wirren Veschwörungstheorien, mit bösen Hintermächten
die alles in der Hand haben, beschworen werden. So eine
Verschwörungstheorie die mit "bösen" Hintergrundmächten
argumentiert, ist im besten Fall einfach nur Unsinn, kann aber
im schlimmsten Fall auch auf purem Antisemitismus beruhen, wenn
als böse Hintergrundmacht "die Juden" herhalten müssen.
Wenn ich dann aber im Booklet bei "Bands die [...] unseren Stil
geprägt haben" auch solche Flachpfeifen wie Böhse Onklez oder
Rammstein auftauchen, dann wundert mich aber nichts mehr ...