Alltagsdasein - Plattenkritiken

Alltagsdasein - Egal in welche Richtung: In 40.000 km sind wir wieder da - MCD / Band-Homepage / Selbstproduziert

Tracklist:

01.) Blind & Taub
02.) Tägliche Tage
03.) Was denkst du
04.) Führer, Kirche, Staat
05.) Photos
06.) Ein allerletztes Mal

Kritik:

Aus Berlin kommt die Band Alltagsdasein, die sich 2007
gründete. Neben einem Demo im Gründungsjahr wurden in
den folgenden beiden Jahren jeweils eine EP in Eigenregie
veröffentlicht und auch 2010 hält man den Veröffentlichungs-
rhythmus bei und legt mit "Egal in welche Richtung: In
40.000 km sind wir wieder da" EP Nr. 3 nach.
Nach dem ersten Hören der CD bin ich doch etwas überrascht.
Durch den Bandnamen und das Coverbild hatte ich mit
peinlichem Klischee-Deutschpunk auf Nix Gut Niveau gerechnet,
aber in diese Schublade kann man Alltagsdasein definitiv
nicht stecken. Vielmehr erinnert mich die Band an ZSK. Hier
gibts nämlich recht poppigen Skate-Punk mit vielen schönen
Melodien und deutschen Texten. Gleich beim ersten Song lassen
es die vier Jungs richtig krachen, aber die restlichen Songs
sind dann etwas langsamer und poppiger (mit einer Ausnahme:
"Führer, Kirche, Staat" bei dem nochmal ein Gang hochgeschalten
wird). Textlich sind Alltagsdasein sehr persönlich, aber auch
politische Themen werden angesprochen - in den beiden genannten
Songs. Diese beiden gefallen mir dann auch musikalisch am Besten,
die anderen langweilen mich eher ... hahaha, trotzdem wohl
wesentlich besser und unpeinlicher als 90% der Nix Gut Releases.



Alltagsdasein - Thrashgourmet - CD / Band-Homepage / Setalight

Tracklist:

01.) Hallo, Herr Psychiater
02.) Ist das jetzt was Festes?
03.) Kitschig
04.) Atemlosigkeit Is Calling
05.) Berlin - Ich 3:0
06.) Führer, Kirche, Staat
07.) Lass mal los
08.) Klischee
09.) Tägliche Tage
10.) Freunde
11.) Hey Du
12.) Du bist Deutschland

Kritik:

Nach ihrer Gründung im Jahr 2007 veröffentlichte die Band aus
Berlin in Eigenregie zuerst ein Demo und in den folgenden Jahren
drei EPs. Nach vier Jahren Bandgeschichte steht mit "Thrashgourmet"
jetzt der erste Longplayer von Alltagsdasein in den Startlöchern,
diesmal hat man dafür sogar ein Label gefunden (Setalight) und der
Vertrieb wird von Rough Trade übernommen!
Diesmal sieht das Cover-Artwork nicht mehr so sehr nach klassischem
Deutsch-Punk aus wie beim letzten Release, dass ich von der Band
in den Händen hatte. Stattdessen erinnert das Artwork jetzt an
emotionalen, deutschsprachigen Punk-Rock wie er bspw. von den Kafkas
gespielt wird. Musikalisch bewegen sich Alltagsdasein aber irgendwo
zwischen den beiden Stühlen. Intelligenter, deutschsprachiger Punk-
Rock mit leichtem Skate-Punk-Einschlag und recht untypischem Gesang,
teilweise sogar Sprechgesang. Die Band gibt sich zwar nicht so
hochpolitisch wie ZSK, aber die Herangehensweise und auch der Sound
erinnert mich trotzdem sehr daran. Textlich geben sich Alltagsdasein
sehr persönlich und verarbeiten dabei eigene Erfahrungen, trotzdem
wird auch ganz klar Stellung bezogen, bspw. gegen Nationalismus oder
Religionen ... und das ohne irgendwie peinlich oder aufgesetzt zu
wirken. Genau so soll das sein! Bleibt also ein durchaus gelungenes
Debüt-Album, das sich musikalisch irgendwo zwischen den Kafkas, ZSK,
But Alive und späten Muff Potter bewegt, vor allem durch den
abwechslungsreichen und untypischen Gesang aber sehr eigenständig
wirkt.
Die CD kommt übrigens im schicken Digi-Pack inkl. aufklappbarem Booklet
mit einem Poster und den kompletten Songtexten auf der Rückseite.