Alcoa - Plattenkritiken
Alcoa - Bone & marrow - CD / Band-Homepage / Bridge 9 Records

Tracklist:

01.) Keep Track/Lose Track
02.) Drowned
03.) I Don't Feel Welcome Here Or Anywhere
04.) Cab Rides & Cigarettes
05.) Limbs
06.) Second Untitled
07.) Rilke
08.) Lucky Me
09.) Family Tree
10.) Whiskey & Wine
11.) Third Untitled

Kritik:

Das Hardcore-Label Bridge 9 Records aus Boston hat schon in den
vergangenen Jahren immer mal wieder Überraschungen aus dem Ärmel
gezaubert und auch bei Alcoa handelt es sich um eine eher untypische
Veröffentlichung aus dem Label. Die Hardcore Band Defeater dürften
mittlerweile wohl die meisten von euch kennen, dass deren Sänger
Derek Archambault aber auch ein Solo-Projekt namens Alcoa am Start
hat, dürfte den wenigsten bekannt sein.
Der erste Unterschied zu vielen aktuellen Solo-Akustik-Projekten
von Ex-Mitgliedern mehr oder weniger bekannten Punk/Hardcore-Bands,
liegt schonmal darin, dass Derek wohl bereits vor seiner Zeit bei
Defeater auf Singer/Songwriter-Pfaden unterwegs war, auch wenn das
hier vorliegende "Bone & marrow" die erste Veröffentlichung von
Alcoa ist. Und der zweite Unterschied ist, dass hier nicht nur Derek
mit Akustik-Gitarre zu hören ist, sondern auch Gastmusiker dabei
sind, die u.a. Schlagzeug, Klavier, Banjo etc. spielen. Alcoa sind
jedenfalls stark beeinflusst von Country und Folk und genau das
bekommt ihr hier mit 11 Songs zu hören. In diesen bewegt man sich
gekonnt irgendwo zwischen Bob Dylan, Frank Turner und natürlich
Rocky Votolato. Soweit sogut, allerdings möchte ich an dieser
Stelle die bescheuerte Wounded Warrior Project Aktion von Defeater
vor ein paar Monaten nicht unkommentiert lassen. Diese Aktion, die
sich um psychisch und/oder körperlich angeschlagene Soldaten kümmert,
wurde von Defeater durch Soli-T-Shirt Verkäufe unterstützt und mit
folgendem Statement der Band beschrieben: "This organization allows
these heroes to successfully return to the life they left behind to
fight for our nation's freedom." FÜr mich persönlich hat sich die
Band durch dieses blöde Statement selbst disqualifiziert und auch
Derek Archambault geht mir ziemlich am Arsch vorbei ...
Und wenns nach mir geht gibts sowieso schon viel zu viele Punkrocker,
die ihr Solo-Glück mit langweiligem Singer/Songwriter-Kram versuchen.
Bis auf wenige Ausnahmen brucht das kein Mensch und wer gute Musik
aus dieser Richtung hören will, sollte her zu den Klassikern wie Bruce
Spingsteen oder Bob Dylan greifen ... wobei zumindest ersterer politisch
auch nicht viel fitter sein dürfte, hahaha.