A Hero A Fake - Plattenkritiken

A Hero A Fake - The future again - CD / Band-Homepage / Victory Records

Tracklist:

01.) Mechanical heart
02.) Dead and done
03.) Port hole
04.) Wild fires
05.) The constant
06.) Wasted miles
07.) I have a knife
08.) A simple drive through the lake
09.) Princess of the sun

Kritik:

Mal wieder eine mir völlig unbekannte Band - A Hero A Fake.
Die Band kommt wohl aus North Carolina / USA und existieren
seit etwas weniger als 10 Jahren. Mir persönlich ist die
Band bisher jedenfalls noch nicht aufgefallen und ich habe
auch keine Ahnung was bisher alles veröffentlicht wurde.
Tja, und nach dem ersten Hören weiss ich auch warum ich von
der Band bisher noch nichts gehört habe, meine Lieblingsmusik
ist das nämlich nicht ;-) A Hero A Fake spielen eine recht
experimentelle Mischung aus Metalcore, technischem Death-/
Black-Metal und Prog-Rock. Die 9 Songs sind laut, schnell und
technisch vetrackt und die Band macht auch vor krassen Stilbrüchen
nicht halt. Dazu wird mal geschrien, mal gegrunzt und ganz selten
ein bisschen melodischer gesungen. Dass sich der melodische Gesang
in Grenzen hält ist sehr gut, trotzdem kann ich mit dem Ganzen
musikalisch nicht viel anfangen. Ich bin kein grosser Metalcore-
Fan und wenn das ganze auch noch so vertrackt mit frickeligen
Gitarren daherkommt wie bei A Hero A Fake, dann wird mir das recht
schnell zu langweilig. Stattdessen sollte die Musik für mich ohne
grosse Spielereien auskommen und einfach energiegeladen und wütend
sein. Energiegeladen sind A Hero A Fake definitiv, mit wütendem
Punk-Rock/Hardcore hat das aber nix zu tun. Wer dagegen auf
technischen Metalcore wie ENTER SHIKARI oder Prog-Rock wie OPETH
steht und sich eine Mischung der beiden Genres vorstellen kann,
sollte hier aber mal reinhören ...
Die CD kommt übrigens inkl. umfangreichem, aufklappbarem Booklet
mit den kompletten Songtexten!


The Rancors - Das letzte Lied der Zeit - LP / Band-Homepage / Schlecht & Schwindlig Records

Tracklist:

Seite A:
01.) Generation Nacktmull
02.) In meiner Strasse
03.) Simple statements
04.) Fuck Pro Life
05.) Zeit
 
Seite B:
01.) Aufbacksemmel
02.) Antibody
03.) Das letzte Lied der Zeit
04.) Schrittgeschwindigkeit
05.) Joyage

Kritik:

The Rancors kommen aus München und existieren seit mehr als zehn
Jahren. Das erste Mal über die Band gestolpert bin ich durch ihr
erstes Album vor ein paar Jahre, das ich zum Besprechen geschickt
bekommen hatte. Seither habe ich nie wieder etwas von der Band
gehört, bis jetzt die neue Platten im Briefkasten lag. So richtig
aktiv was regelmäßige Konzerte angeht, scheinen die Münchner wohl
nicht zu sein ...
Einen dicken Pluspunkt gibts ja schonmal dafür, dass das Label
tatsächlich Vinyl zum Besprechen verschickt, sehr schön :-) Aber
auch musikalisch kann die Platte voll und ganz überzeugen. Ich kann
mich kaum mehr an das erste Album erinnern, aber "Das letzte Lied"
ist echt richtig abwechslungsreich, man könnte fast meinen man hat
hier einen Sampler vorliegen. Los gehts mit straightem, leicht
emotionalem deutschsprachigem Punk-Rock, der in "Generation Nacktmull"
stark an frühe Muff Potter oder But Alive erinnert. Aber es ist
unfair die Band in diese Schublade zu stecken, kommen doch in den
anderen Songs noch viele verschiedene Einflüsse zum Tragen. Neben
klassischem Street-Punk/Deutschpunk ("Das letzte Lied der Zeit" oder
"Schrittgeschwindigkeit") gibts auch mal einen fetten Folk-/Country-
Einschlag ("Zeit") oder eher post-punkige Klänger in Richtung Joy
Division ("Joyage"). Aber auch schneller, melodischer Hardcore-Punk
kommt nicht zu kurz ("Simple Standards" oder "Antibody"). Gesungen
wird dabei mal auf deutsch, mal auf englisch und dabei gibt man sich
immer recht politisch und bezieht eindeutig Stellung ("Fuck Pro Life").
Alles in Allem eine richtig gute Platte und ich muss sagen dass ich
wirklich kaum eine Band kenne, die so viele verschiedene Einflüsse
vereint und bei der kein Song wie der andere klingt!
Und hier passt nicht nur die Musik, sondern auch das Format und die
Aufmachung. Die Platte kommt nämlich mit selbstgemachtem Siebdruck-
Cover (mit dicker schwarzer Farbe, die man auch fühlen kann) und
bedruckten Innenhüllen inkl. den kompletten Songtexten. Wow, hier
stimmt einfach alles!